Der Spandauer Jugend e.V. sucht eine:n Evaluator:in, welche:r das Projekt „SafeGround“ in seinem Ansatz und seiner Umsetzung in 2026 extern evaluiert.
Zu evaluierendes Projekt
SafeGround – Identität, Antimuslimischer Rassismus und Empowerment
Dieses Projekt richtet sich gezielt an muslimische gemeinnützige Träger:innen, die junge Muslim:innen in ihrer Identitätsbildung und im Umgang mit Diskriminierung unterstützen möchten. In den geschützten Räumen muslimischer Einrichtungen und Moscheegemeinden werden Fragen der Identität und Zugehörigkeit(en) reflektiert und bearbeitet. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene setzen sich in partizipativen Formaten mit ihren persönlichen Erfahrungen von Rassismus und Diskriminierung auseinander.
Das Projekt stärkt die Teilnehmenden darin, antimuslimischen Rassismus und weitere Formen von Diskriminierung zu erkennen, zu benennen und sich aktiv von rassistischen Zuschreibungen abzugrenzen. Durch die gemeinsame Erarbeitung von Handlungsstrategien werden sie in ihrer selbstbestimmten und positiven Identitätsentwicklung unterstützt. Gemeinsam entwickeln junge Menschen Ideen, wie sie die (post)migrantische Gesellschaft gestalten möchten.
Muslimische gemeinnützige Träger:innen profitieren von einem praxisnahen Ansatz, der an die Lebensrealitäten der Teilnehmenden anknüpft und gleichzeitig historische sowie strukturelle Dimensionen von antimuslimischem Rassismus aufzeigt. Das Projekt setzt auf den peer-to-peer-Ansatz, um nachhaltige und gemeinschaftsbasierte Empowerment-Prozesse zu fördern.
Des Weiteren werden in dem Projekt erste strukturierte Informations-und Austauschformate mit Hocas (Lehrkräfte für Islamunterricht) etabliert. Hocas spielen eine zentrale Rolle in muslimischen Gemeinden, da sie durch den regelmäßigen Unterricht einen kontinuierlichen Austausch mit Kindern und Jugendlichen sowie deren Eltern pflegen. Eine Zielgruppen- und Bedarfsanalyse wird erstellt, um Konzepte für zukünftige praxisnahe Qualifizierungsangebote für Hocas entwickeln zu können. Eine umfassende Analyse ist notwendig, da diese Zielgruppe von bisherigen Projekten noch nicht erfasst wurde.
Ziele und Aufgaben der Evaluation (Fokus: Prozessbegleitung)
Aufbauend auf dem Basisbericht von 2025 liegt der Fokus dieser Evaluation auf einer partizipativen Prozessbegleitung. Ziel ist es, den Projektansatz sowie das Wirkmodell reflektiert weiterzuentwickeln und die Verstetigung vorzubereiten.
Zentrale Aufgaben:
Reflexionsworkshops für das Team: Durchführung von 4 bis 6 Workshops mit dem Team (bei Bedarf inkl. Teilnehmenden), um Prozesse zu optimieren und die Skalierbarkeit zu prüfen.
Wirkungsanalyse: Abgleich der Projektarbeit und bei Bedarf Anpassung des Wirkmodells. Besonders betrachtet wird die Wirksamkeit in den Bereichen Empowerment, antimuslimischem Rassismus und gesellschaftspolitischer Teilhabe.
Zielgruppen-Feedback: Ergänzend können punktuelle Befragungen durchgeführt werden, um die Wirkung bei den Teilnehmenden zu validieren.
Dokumentation und Abschluss: Statt eines umfassenden Berichts liegt der Schwerpunkt auf einer ergebnisorientierten Dokumentation der Workshops. Hierbei werden Ziele und Vereinbarungen festgehalten und direkt mit dem Wirkmodell abgeglichen. Die Ergebnisse werden in einer Abschlusspräsentation sowie einer kurzen Zusammenfassung für die Praxis aufbereitet.
Evaluationsdesign und Methoden
Das Design folgt einem partizipativen, prozessorientierten Ansatz. Statt einer rein retrospektiven Datenerhebung steht die methodische Begleitung der Projektentwicklung im Vordergrund.
- Methodik: Zentrales Instrument sind moderierte Workshops. Diese werden durch bedarfsorientierte, punktuelle Erhebungen (z. B. Kurz-Interviews oder Fokusgruppen) ergänzt, um Wirkungen vor Ort direkt zu validieren.
- Transferfokus: Alle eingesetzten Methoden zielen darauf ab, die gewonnenen Erkenntnisse unmittelbar für die Verstetigung und Übertragbarkeit des Projektkonzeptes nutzbar zu machen.
Die Ausschreibung richtet sich an Personen und Institutionen, die:
- über einschlägige Erfahrungen in der Evaluation von Förderprogrammen verfügen
- Erfahrung in partizipativen Prozessbegleitung von Teams, entsprechende Ausbildung vorhanden zb Systemische Beratung
- Erfahrung in der sozialraumorientierten Vernetzungsarbeit von Vereinen und NGO’s haben
- Kenntnisse und Erfahrungen im Bereich der Antidiskriminierungs- und Empowermentarbeit verfügen
Interkulturelle Kompetenz und Erfahrung in der Zusammenarbeit sowohl mit muslimischen Gemeinden als auch mit Vereinen, die ehrenamtliche Strukturen haben, sind von Vorteil.
Höhe des Budgets
Das Budget für die Evaluation beträgt maximal 12.000 € Brutto und es gilt §44 Landeshaushaltsordnung Berlin sowie die dazugehörige Vergabeverordnung und Allgemeine Nebenbestimmung.
Projektlaufzeit
Die begleitende Evaluation des Projekts „SafeGround” soll zum nächstmöglichen Zeitpunkt beginnen und am 31.12.2026 enden. Zusätzlich ist eine zweimonatige Nachlaufzeit für die Berichterstattung möglich.
Bewerbungsverfahren
Senden Sie bitte eine formlose, schriftliche Bewerbung mit einer Beschreibung des von Ihnen geplanten Konzeptes inkl. Zeitplan und ggf. Nachweise relevanter Erfahrungen.
Die Bewerbung ist bis zum 15.05.2026 postalisch (Einsendeschluss: Stempel des Postdienstleisters) an folgende Adresse: Spandauer Jugend e.V., Kleine Mittelstr. 9 in 13585 Berlin und elektronisch an info@spandauerjugend.de einzureichen.
Es besteht kein Rechtsanspruch auf die Gewährung einer Zuwendung. Bei Fragen zum Bewerbungsverfahren steht Ihnen als Ansprechpartnerin Felicitas Qualmann (f.qualmann@spandauerjugend.de) zur Verfügung.

